- Förderung von Motorik, Gedächtnis und Alltagskompetenz
- Speziell geschulte MAKS-Therapeutinnen und -Therapeuten
- Aktivierende Tagespflege für Menschen mit Demenz
Die Altenhilfe der Stadt Augsburg erweitert im Seniorenzentrum Servatius die beschützende Tagespflege und setzt auf die MAKS-Therapie – eines der wissenschaftlich am besten untersuchten nichtmedikamentösen Therapiekonzepte für Menschen mit Demenz. Das Konzept wurde praxisnah für den Alltag in Pflege- und Betreuungseinrichtungen entwickelt.
Die Abkürzung MAKS steht für Motorik, Alltagspraktik, Kognition und Soziales. In rund zweistündigen Therapieeinheiten werden Bewegungsübungen, Gedächtnistraining, alltagspraktische Aufgaben und gemeinschaftliche Aktivitäten miteinander verbunden. Ziel ist es, vorhandene Fähigkeiten möglichst lange zu erhalten und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern.
„Menschen mit Demenz brauchen weit mehr als Pflege und Betreuung. Sie brauchen Angebote, die vorhandene Fähigkeiten stärken, Selbstständigkeit fördern und Teilhabe ermöglichen. Mit der MAKS-Therapie ergänzen wir unser Angebot um ein wissenschaftlich fundiertes Konzept, das genau hier ansetzt“, sagt Katrin Lemke, Fachbereichsleiterin Pflege der Altenhilfe der Stadt Augsburg.
Speziell geschulte MAKS-Therapeutinnen und -Therapeuten
Betreuungskraft Michael Engels und weitere Mitarbeitende der Altenhilfe wurden zu zertifizierten MAKS-Therapeutinnen und -Therapeuten qualifiziert. Die Therapie wird in kleinen Gruppen durchgeführt und orientiert sich an den individuellen Fähigkeiten der Teilnehmenden. Im Mittelpunkt stehen nicht die Defizite, sondern die vorhandenen Ressourcen jedes einzelnen Menschen.
„Die MAKS-Therapie verbindet Bewegung, Gedächtnistraining und alltagspraktische Übungen auf eine Weise, die unsere Gäste aktiviert und motiviert. Jeder bringt seine eigenen Fähigkeiten ein und erlebt Gemeinschaft. Besonders schön ist es zu beobachten, wie Erinnerungen wach werden und die Menschen im gemeinsamen Tun aufblühen“, sagt Michael Engels.
Wissenschaftlich entwickelt und evaluiert
In Augsburg leben derzeit schätzungsweise rund 4.000 Menschen mit einer Demenzerkrankung. Aufgrund des demografischen Wandels wird ihre Zahl in den kommenden Jahren weiter steigen. Gleichzeitig wünschen sich Betroffene und Angehörige Angebote, die über eine reine Betreuung hinausgehen und Ressourcen gezielt fördern.
Die MAKS-Therapie wurde am Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg entwickelt und wissenschaftlich evaluiert. Studien zeigen, dass regelmäßige MAKS-Therapien dazu beitragen können, kognitive und alltagspraktische Fähigkeiten länger zu erhalten und soziale Teilhabe zu fördern.
Neben gemeinsamen Mahlzeiten und pflegerischer Unterstützung prägen aktivierende und gemeinschaftsfördernde Angebote den Alltag der Tagespflege-Gäste. Gleichzeitig bietet die Tagespflege pflegenden Angehörigen wertvolle Entlastung und unterstützt sie dabei, die Versorgung ihrer Angehörigen zu Hause möglichst lange aufrechtzuerhalten.
